Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen… Die Wechseljahre sind oft mit Symptomen verbunden, die diese hormonelle Übergangszeit kennzeichnen. Aber wussten Sie, dass Blasenschwäche auch ein häufiges Problem bei Frauen in den Wechseljahren ist? Der Zusammenhang zwischen Wechseljahren und Blasenschwäche mag überraschend erscheinen, doch er existiert wirklich. Warum treten diese Beschwerden gerade in dieser Lebensphase auf? Wie hängen die physiologischen Veränderungen mit dem Auftreten oder der Zunahmen von Blasenschwäche zusammen? Wir zeigen Ihnen die Zusammenhänge und geben Lösungsvorschläge, um diese Übergangsphase besser zu meistern.
Warum begünstigen die Wechseljahre Blasenschwäche?
Die Wechseljahre gehen mit einem hormonellen Umbruch einher, der durch einen drastischen Rückgang der Östrogen- und Progesteronspiegel gekennzeichnet ist.
Dieser hormonelle Rückgang löst das sogenannte urogenitale Syndrom der Wechseljahre aus, das verschiedene Symptome umfasst:
- Vaginale Trockenheit
- Infektionen
- Blasenschwäche
Östrogene spielen eine entscheidende Rolle für die Aufrechterhaltung der Blasenkontinenz. Sie sind insbesondere am Aufbau des Gewebes der Harnröhre, der Vagina und der Blase beteiligt. Diese Hormone fördern auch die Durchblutung der Gewebe rund um die Harnröhre, was für einen effektiven Schließdruck wichtig ist. Sie regulieren zudem die Sensibilität und Konzentration der Rezeptoren, die für die Muskelfunktion im urogenitalen Bereich verantwortlich sind.
Der Östrogenmangel, der in den Wechseljahren typisch ist, führt zu einer schrittweisen Schwächung der Stützstrukturen. Dieser Prozess wird durch eine Abnahme der Kollagenproduktion verstärkt, einem Protein, das für die Festigkeit von Geweben, insbesondere derer, die die Harnröhre stützen, unerlässlich ist. So wird das gesamte Beckenbodensystem geschwächt, was oft eine geeignete Behandlung erforderlich macht, um die damit verbundenen Inkontinenzprobleme zu verhindern oder zu behandeln.
Die verschiedenen Arten von Blasenschwäche in den Wechseljahren
Blasenschwäche betrifft 15 bis 30 % der Frauen in den Wechseljahren. Während in der Perimenopause überwiegend Belastungsinkontinenz auftritt, wird nach dem 50. Lebensjahr die gemischte Inkontinenz häufiger.
Belastungsinkontinenz
Die Belastungsinkontinenz zeichnet sich durch unwillkürlichen Urinverlust bei körperlichen Aktivitäten, Husten, Niesen oder Lachen aus. Diese Beschwerden treten auf, wenn der Druck auf die Blase den Widerstand des durch Östrogenmangel geschwächten Harnröhrenschließmuskels übersteigt.
Dranginkontinenz
💡 Die Dranginkontinenz äußert sich durch plötzlich auftretenden, kaum kontrollierbaren Harndrang.
Betroffene verspüren einen starken Drang, auf die Toilette zu gehen, was zu ungewolltem Urinverlust führen kann, bevor sie die Toilette erreichen. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.
Gemischte Inkontinenz
💡 Die gemischte Inkontinenz kombiniert die Symptome beider vorherigen Typen.
Betroffene haben sowohl Belastungsinkontinenz als auch Dranginkontinenz, was die Situation im Alltag besonders schwierig macht.

Wie kann man Blasenschwäche in den Wechseljahren vorbeugen und behandeln?
Es gibt verschiedene Lösungen, um Blasenschwäche während der Wechseljahre zu verhindern und zu behandeln.
Beckenbodenübungen
In den Wechseljahren sind Beckenbodenübungen die Grundlage der Beckenbodengymnastik. Diese gezielten Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur stärken die Unterstützung der Beckenorgane und verbessern die Kontrolle über den Schließmuskel. Regelmäßige Beckenbodenübungen sind entscheidend, um langfristige Ergebnisse zu erzielen.
Beckenbodentraining mit Biofeedback
Verwendet Geräte wie Perifit Care+, die es ermöglichen, die Muskeln auf einem Bildschirm zu visualisieren. Diese Methode hilft dabei, die richtigen Muskeln zu identifizieren und gezielt zu kontrahieren, wodurch die Effektivität der Übungen zur Vermeidung von Blasenschwäche optimiert wird.
💡 Biofeedback für den Beckenboden ist eine hervorragende Methode, um das Training zu verbessern.
Hausmittel gegen Blasenschwäche
Bieten interessante ergänzende Alternativen. Phytotherapie bietet Pflanzen mit positiven Eigenschaften bei Blasenschwäche (z. B. Kürbiskerne, Cranberry). Akupunktur kann helfen, die Energien auszugleichen und den Beckenboden zu stärken, während Praktiken wie Yoga oder Qigong das Körperbewusstsein und die Muskelkontrolle fördern können.
Lebensstiländerungen
💡 Es wird empfohlen, reizende Lebensmittel für die Blase zu vermeiden, wie Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze und Zitrusfrüchte. Es ist auch wichtig, ein gesundes Gewicht zu halten, da Übergewicht zusätzlichen Druck auf die Blase und den Beckenboden ausüben kann.
Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, trägt zur Gesundheit der Blase bei. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig, aber es wird empfohlen, moderate Mengen Wasser zu trinken, um die Blase nicht zu überlasten.
Körperliche Aktivität wie schnelles Gehen oder Pilates kann den Beckenboden auf natürliche Weise stärken. Vermeiden Sie plötzliche Anstrengungen oder das Heben schwerer Lasten, da dies die Symptome der Blasenschwäche verschärfen kann. Diese Anpassungen sowie das Aufhören mit dem Rauchen können dazu beitragen, die Situation zu verbessern.
Können Blasenschwäche nach den Wechseljahren verschwinden?
Blasenschwäche kann sich nach dem Übergang in die Wechseljahre verbessern, insbesondere mit einer gezielten Behandlung. Der Körper passt sich nach und nach den neuen Hormonspiegeln an, und die eingesetzten Behandlungen können effektiver werden. Die Reaktion auf verschiedene Therapien variiert von Person zu Person, aber viele Lösungen können die Situation verbessern.

Kann Blasenschwäche in den Wechseljahren ein Anzeichen für andere Gesundheitsprobleme sein?
Blasenschwäche kann gelegentlich auf andere gesundheitliche Probleme hinweisen, wie z. B. Harnwegsinfektionen, einen Prolaps oder bestimmte neurologische Erkrankungen. Es ist daher wichtig, diese Symptome nicht zu bagatellisieren und ärztlichen Rat einzuholen, um eine genaue Diagnose zu stellen. Eine urodynamische Untersuchung kann erforderlich sein, um die Funktion der Blase und der Harnröhre zu bewerten.

Sollte man bei Blasenschwäche in den Wechseljahren ärztlichen Rat einholen?
Es wird dringend empfohlen, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, sobald die ersten Anzeichen auftreten. Ein Gesundheitsexperte kann die Situation genau einschätzen, den Typ der Blasenschwäche der Frau bestimmen und einen maßgeschneiderten Behandlungsplan anbieten.
Die Menopause und Harninkontinenz sollten nicht als unausweichliches Übel oder als zwangsläufiger Teil des Älterwerdens betrachtet werden. Es gibt wirksame Lösungen, um im Alltag wieder Komfort und Gelassenheit zu finden. Zögern Sie nicht, mit Fachkräften im Gesundheitswesen darüber zu sprechen, die Sie einfühlsam und professionell durch diese Lebensphase begleiten können.