Häufiges Wasserlassen bei Frauen: Was hilft gegen ständigen Harndrang? 

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Im Durchschnitt scheiden wir etwa 350 ml Urin pro Miktion (Blasenentleerung) alle 3 bis 4 Stunden aus. Doch manchmal sind die Toilettengänge viel öfter, was den Alltag stark beeinträchtigen kann. Dieses häufige Wasserlassen, auch Pollakisurie genannt, tritt sowohl tagsüber als auch nachts auf.

Aber was sind die Ursachen für diese Harnstörung bei Frauen? Wie kann man sie behandeln? Im Folgenden finden Sie Erklärungen und Lösungen, um den ständigen Harndrang bei Frauen zu lindern.

Wie äußert sich ein häufiges Wasserlassen?

Medizinisch spricht man bei einer häufigen Blasenentleerung von Pollakisurie. Ob tagsüber oder nachts, diese Störung des Harndrangs bei Frauen zeigt sich durch die unterschiedlichen Miktionen:

  • Sehr dicht aufeinanderfolgende Blasenentleerungen, manchmal alle 15 bis 20 Minuten;
  • Geringes Volumen des Urins, weniger als 100 ml pro Mal.

Das Gesamtvolumen des Urins bleibt jedoch innerhalb von 24 Stunden normal.


Dieses ständige Bedürfnis zu urinieren wird oft von Harnverlusten oder Brenngefühlen beim Wasserlassen begleitet. Es gibt zwei Arten der Pollakisurie, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

Die tägliche Pollakisurie

Von täglicher Pollakisurie spricht man, wenn eine Frau mehr als 10 Mal am Tag auf die Toilette geht. Oft bleibt dieser ständige Harndrang konstant, selbst nachdem die Blase entleert wurde.

Die nächtliche Pollakisurie (Nykturie)

Die nächtliche Pollakisurie zeigt sich durch mehr als eine Blasenentleerung pro Nacht. Nächtliches Aufwachen zum Urinieren kommt häufig vor, was den Schlaf stört und die Lebensqualität beeinträchtigt.

Ist es gefährlich, oft urinieren zu müssen?

An sich ist häufiges Wasserlassen nicht schädlich. Es kann jedoch ein Hinweis auf schwerwiegendere Harnstörungen bei Frauen sein, wie zum Beispiel:

Was sind die Ursachen für ständigen Harndrang bei Frauen?

Harnwegsinfektionen

Häufiges Wasserlassen bei Frauen ist oft mit einer Zystitis oder Pyelonephritis verbunden. Dabei treten Brenngefühle beim Wasserlassen auf. Die Diagnose erfolgt durch verschiedene ergänzende Untersuchungen, wie zum Beispiel:

  • Urinstatus 
  • Urinsediment 
  • Urinkultur 
  • Ultraschall der Harnwege;
  • usw.

In der Regel verschreibt die Arzt:in anschließend Antibiotika. Vorsicht: Wird eine Harnwegsinfektion nicht behandelt, kann sie zu Nierenkoliken führen und sehr starke Schmerzen verursachen.

Überaktive Blase (Blasenhyperaktivität)

Auch eine überaktive Blase spielt eine Rolle bei der Pollakisurie. Der Detrusormuskel, der Hauptmuskel der Blase, zieht sich unwillkürlich zusammen. Dies reizt die Blase und steigert den Harndrang.


Diese Störung ist besonders häufig bei Frauen über 40 Jahren. Ebenso betroffen sind Personen, die viel Tee, Kaffee oder Alkohol konsumieren, da eine hohe Flüssigkeitsaufnahme das häufige Wasserlassen bei Frauen begünstigt.

Weitere Erkrankungen des Harnsystems

Die Behandlung von Blasenkrebs kann die Blasenkapazität verringern und Pollakisurie verursachen, insbesondere bei:

  • Teilweiser Entfernung der Blase;
  • Chemotherapie direkt in der Blase;
  • Beckenbestrahlung.

Auch eine Verengung oder Blockade der Harnröhre kann häufiges Wasserlassen auslösen.

Erkrankungen angrenzender Organe

Häufiges Wasserlassen bei Frauen kann ein klassisches Symptom bestimmter Erkrankungen sein, wie z. B.:

  • Vaginitis (Entzündung der Vagina);
  • Salpingitis (Entzündung eines oder beider Eileiter);
  • Entzündung des Sigma (Abschnitt des Dickdarms);
  • Vorhandensein eines Beckentumors;
  • Peritonitis (Entzündung des Bauchfells).

Neurologische Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen stören die Nervenimpulse, die die Blase kontrollieren. Dies führt zu Fehlfunktionen der Blase. Bei Multipler Sklerose oder nach einem Schlaganfall können die Nerven, die die Blase steuern, geschädigt sein. Dies äußert sich durch Pollakisurie oder andere Harnstörungen.

Medikamenteneinnahme

Einige Medikamente beeinflussen die Blasenfunktion und verursachen ständigen Harndrang bei Frauen. Dazu gehören Diuretika (entwässernde Medikamente), die bei Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz eingesetzt werden.


Auch Anticholinergika und bestimmte Chemotherapie-Medikamente können das häufige Wasserlassen bei Frauen fördern.

Schwangerschaft

Dieses Problem nimmt im Verlauf der Schwangerschaft zu, da die Blase immer weniger Platz hat sich auszudehnen:

  • 59 % der Schwangeren sind im ersten Trimester betroffen;
  • 81 % der Schwangeren leiden gegen Ende der Schwangerschaft unter sehr häufigem Wasserlassen.

Dies ist in der Regel ungefährlich, solange keine Brenngefühle beim Wasserlassen auftreten.

Wie sollte man bei ständigem Harndrang bei Frauen reagieren?

Führen eines Miktionskalenders

Das Führen eines Miktionskalenders oder eines Miktionstagebuchs ist eine einfache und effektive Methode, um die Häufigkeit des Harndrangs bei Frauen zu bewerten und mögliche Harninkontinenz zu erkennen.


Dabei sollte man:

  • Die Uhrzeit jeder Blasenentleerung und die Umstände notieren (dringender Harndrang, Brennen, etc.);
  • Das Volumen jeder Miktion über drei Tage mit einem Messbecher messen;
  • Auch die Flüssigkeitsaufnahme tagsüber oder nachts dokumentieren.

Anpassung der Lebensgewohnheiten

Einige einfache Maßnahmen können helfen, die Häufigkeit des Wasserlassens bei Frauen zu reduzieren. Empfehlenswerte Gewohnheiten sind:

  • Reizende Substanzen vermeiden, z. B. Thein, Kohlensäure, Alkohol oder Kaffee;
  • Flüssigkeitsaufnahme am Abend moderat halten (Suppen, Softdrinks, etc.);
  • Regelmäßige Toilettengänge einplanen, um die Blase allmählich zu trainieren.

Diese alltäglichen Praktiken sind zudem ein gutes natürliches Mittel gegen Harnverlust.

💡 Es bleibt wichtig, ausreichend zu trinken – etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Tag.

Konsultation einer Fachärzt:in

Wenn der ständige Harndrang anhält, sollte unbedingt ein ärztlicher Rat eingeholt werden. Dies ist besonders wichtig bei:

  • Häufigem Wasserlassen;
  • Brenngefühlen beim Wasserlassen;
  • Bauchschmerzen, mit oder ohne Fieber.

Bei Kindern ist Pollakisurie ein Grund für eine ärztliche Konsultation innerhalb von 24 Stunden, da sie auf Typ-1-Diabetes hinweisen kann.

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Welche Behandlungen gibt es bei Pollakisurie oder ständigem Harndrang?

Beckenboden- und Blasentraining

Die Blasentrainingstherapie ist eine wirksame Alternative, wenn die Pollakisurie durch eine überaktive Blase verursacht wird. Sie hilft, die Blasenfunktion zu optimieren.


Die Therapeut:in identifiziert die dringenden Harndrang-Momente und zeigt, wie die Miktionen zeitlich gestreckt werden können, um den ständigen Harndrang zu regulieren.

💡 Zur Unterdrückung eines dringenden Harndrangs ist es wichtig, die Beckenbodenmuskeln effektiv anzuspannen. Daher wird Beckenbodentraining bei Pollakisurie empfohlen.

Zusätzlich kann ein Beckenbodentrainer wie Perifit Care oder Perifit Care + genutzt werden. Schon 5 Minuten tägliches spielerisches Training mit dieser vernetzten Vaginalsonde stärken den Beckenboden und verbessern die Kontrolle über den Harndrang.

Medikamentöse Therapie

Bei Harnwegs- oder gynäkologischen Infektionen setzt die Arzt:in auf medizinische Behandlung. Dazu können Anticholinergika verschrieben werden.


Bei neurologisch bedingter Pollakisurie kann der/die Facharzt:in Botulinumtoxin-Injektionen empfehlen.

Chirurgischer Eingriff

Eine Operation wird nur als letzter Schritt in Betracht gezogen.

  • Ein Eingriff kann einen Blasen-Pace-Maker einsetzen, der die Blasenaktivität reguliert.
  • Ein anderer Eingriff zielt darauf ab, die Blasenkapazität zu erhöhen.

Hygienische und diätetische Maßnahmen helfen, den ständigen Harndrang bei Frauen zu reduzieren. Reichen diese nicht aus, stehen Blasen- und Beckenbodentraining oder unterstützende Geräte wie die Perifit Care + Sonde zur Verfügung, um einen kräftigen Beckenboden aufzubauen und die Lebensqualität zu verbessern.

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Lisa BRAUN
Beckenboden-Physiotherapeutin, Mutter und Gründerin von femphysio
Spezialisiert auf Frauengesundheit mit dem Fokus auf Schwangerschaft, Rückbildung und Beckenboden.

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