Wie viel sollte mein Baby trinken? Die Bedürfnisse Ihres Säuglings verstehen

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Ein Baby zu stillen ist ein Abenteuer voller neuer Erfahrungen. Sehr oft stellen sich junge Eltern dieselben Fragen: Wie viel Muttermilch sollte ein Baby trinken? Wie erkennt man, ob es genug getrunken hat? Diese Fragen sind völlig legitim, besonders beim ersten Kind.


In diesem Artikel finden Sie zuverlässige Orientierungshilfen, um alles Wichtige über die Trinkmenge Ihres Babys zu erfahren: 


Wie viele Milliliter Muttermilch ein Baby je nach Alter benötigt, wie Sie beobachten können, ob seine Bedürfnisse gedeckt sind, welche Lösungen Ihnen zur Verfügung stehen, wenn Ihnen Ihre Milchproduktion zu gering erscheint.

Welche Muttermilchmenge benötigt das Baby je nach Alter?

Die Trinkmenge des Säuglings verändert sich in den ersten Lebenswochen sehr schnell. 


Direkt nach der Geburt nimmt das Neugeborene nur wenige Milliliter des wertvollen Kolostrums zu sich. Die Vorteile von Kolostrum sind außergewöhnlich – sowohl für das Wachstum als auch für das Immunsystem.


Mit dem Milcheinschuss steigt die getrunkene Menge dann allmählich an.
Im Gegensatz zur Zusammensetzung von Säuglingsnahrung passt sich die Muttermilch ständig an die Nährstoffbedürfnisse des Kindes an. 

💡 Diese Entwicklung und das Wachstum des Babys führen dazu, dass sich sein Bedarf je nach Alter verändert.

Hier finden Sie eine Tabelle mit den durchschnittlichen Trinkmengen von Muttermilch in Abhängigkeit zum Alter des Babys:

Alter des Babys Durchschnittliche Tagesmenge Durchschnittliche Anzahl der Stillmahlzeiten oder Flaschen pro Tag Durchschnittliche Menge pro Flasche
Erste 24 Stunden 16 bis 80 ml 8 bis 12 5 bis 15 ml
24 bis 48 Stunden 40 bis 120 ml 8 bis 12 10 bis 30 ml
Ab 1. Woche 180 bis 600 ml 8 bis 10 30 bis 90 ml
1 Woche bis 1 Monat 450 bis 800 ml 7 bis 8 60 bis 120 ml
2. und 3. Monat 500 bis 900 ml 6 bis 8 90 bis 150 ml
4. bis 6. Monat 850 bis 1000 ml 5 bis 7 120 bis 180 ml
7. bis 12. Monat 750 bis 850 ml 3 bis 5 (je nach Beikost) 120 bis 150 ml

Behalten Sie stets im Hinterkopf, dass jedes Baby einzigartig ist.

💡 Diese Werte sind Durchschnittswerte – Ihr Kind kann je nach Appetit, Wachstum, Michzusammensetzung oder Stillrhythmus etwas mehr oder weniger trinken.

Diese Tabelle kann Ihnen zum Beispiel helfen zu entscheiden, wie viel aufgetaute Muttermilch Sie bereitstellen sollten.

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Kann man die Menge der gegebenen Muttermilch messen?

Wenn die Brust wie eine Flasche Milliliter -Markierungen hätte, wäre es einfach zu wissen, wie viel das Baby getrunken hat. Das ist aber nicht der Fall. Beim direkten Stillen ist es daher schwierig, die exakte Menge zu kennen. Keine Sorge – es gibt zuverlässige Hinweise darauf, dass Ihr Baby genug Mich bekommt.

Möglichkeiten bei der Verwendung einer Milchpumpe

Wenn Sie eine Milchpumpe nutzen, können Sie die Milliliter im Fläschchen ganz genau messen. Das ist besonders hilfreich bei einer Still–Flaschen-Umstellung, beim Teilstillen, oder wenn Sie ein Frühchen oder ein Baby mit niedrigem Geburtsgewicht versorgen. Es kann Sie zudem beruhigen, falls Sie Zweifel an Ihrer Milchmenge haben.


Es ist empfehlenswert, Muttermilch in kleinen Portionen aufzubewahren (z. B. 60–120 ml), um Verschwendung zu vermeiden. Einmal erwärmte Milch darf nicht erneut eingefroren und nur kurz aufbewahrt werden.

Auf das Verhalten achten – nicht auf die Milliliter

💡 Anstatt jeden Milliliter zu zählen, verlassen Sie sich lieber auf die Sättigungssignale Ihres Babys.

Die vorherige Tabelle gibt nur Richtwerte zur Trinkmenge des Babys. Je nach Müdigkeit, Temperatur, Zusammensetzung Ihrer Muttermilch zu diesem Zeitpunkt usw. kann der Bedarf variieren. Doch die Körpersignale des Babys lügen nicht. Ihr Baby trinkt genug, wenn:

  • es erst kräftig saugt und dann langsamer wird,
  • es die Brust von selbst am Ende loslässt,
  • es nach dem Stillen entspannt wirkt,
  • es 5–6 gut gefüllte Windeln pro Tag nach dem Zeitpunkt des  Milcheinschusses hat.

Mit der Zeit werden Sie immer mehr Vertrauen in sich und Ihr Baby gewinnen. Die genauen Mengen werden immer weniger wichtig.

Woran erkenne ich, ob mein Baby genug Muttermilch trinkt?

Diese Frage taucht sehr häufig auf. Auch hier liefert die Beobachtung Ihres Babys die besten Hinweise.


Die Stillmenge ist ausreichend, wenn Ihr Baby folgende Anzeichen zeigt:

  • Das Gewicht nimmt regelmäßig zu.
  • Es meldet sich von selbst, um zu trinken.
  • Das Baby ist nach dem Stillen ruhig und munter.
  • Die Urinausscheidung ist klar und reichlich.
  • In den ersten Wochen sind die Stuhlgänge häufig, später seltener.

💡 Ein Baby, das häufig trinkt, ist nicht automatisch ein Baby, das zu wenig Milch bekommt. Es kann saugen, weil es Durst hat (z. B. im Sommer) oder weil es Nähe und Beruhigung braucht.

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Beeinflusst Teilstillen die Trinkmenge?

Teilstillen bedeutet, dass Stillen und Fläschchen (mit Muttermilch oder Säuglingsnahrung) abwechselnd gegeben werden. Diese Form der Ernährung ist manchmal notwendig oder wird gewählt, um mehr Flexibilität zu haben.


Es kann die Milchproduktion beeinflussen – besonders in den ersten Tagen nach der Geburt. 

💡 Die Brust produziert Milch als Antwort auf Stimulation.

Je weniger das Baby saugt, desto weniger wird die Brust stimuliert – und die Milchproduktion kann zurückgehen.


Teilstillen kann den Milcheinschuss verzögern, wenn die Stimulation fehlt. Sobald das Stillen gut etabliert ist, ist der Einfluss geringer.


So erhalten Sie eine ausreichende Milchproduktion beim Teilstillen:

  • Die Brust weiterhin stimulieren, auch zwischen zwei Fläschchen (mit der Hand oder der Milchpumpe).
  • Doppelpumping bevorzugen, wenn möglich.
  • Das Fläschchen nach einer Stillmahlzeit geben, nicht anstelle des Stillens.

Was tun, wenn die Milchmenge nicht ausreicht?

Wenn Sie das Gefühl haben, zu wenig Muttermilch zu produzieren, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Häufiger stillen oder Milch abpumpen.
  • Richtige Anlegeposition und Saugtechnik des Babys überprüfen.
  • Regelmäßig mit einer hochwertigen Milchpumpe stimulieren oder Power Pumping praktizieren.
  • Sich ausruhen und gut hydrieren.
  • Unterstützung im Alltag suchen und sich Zeit zur Entspannung nehmen.
  • Eine Hebamme oder einen anderen Facharzt/Fachfrau für Stillberatung um Rat fragen.

Es ist möglich, Muttermilch im Kühlschrank oder Gefrierfach aufzubewahren, um Vorräte anzulegen. Dies kann nützlich sein bei vorübergehendem Milchmangel.


Jeder Körper ist anders. Manche Mütter produzieren mehr Milch (und können sogar Milch spenden), andere weniger. Setzen Sie sich nicht unter Druck.


Der Milcheinschuss kann manchmal verzögert auftreten – insbesondere nach einem Kaiserschnitt. Erschöpfung oder Stress können ebenfalls die Milchmenge beeinflussen. Achten Sie auf sich selbst, um Ihre Laktation wieder anzukurbeln.

Es gibt keine einheitliche Menge, die für alle Babys gilt. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, Appetit und Bedürfnisse, die sich mit dem Alter verändern. Das Wichtigste ist, auf die Signale des Babys zu achten, sein Verhalten zu beobachten und auf sich selbst zu vertrauen. Und wenn Sie zweifeln, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, Ihrem Arzt oder einer Stillberaterin. Sie sind auf dieser Reise nicht allein.

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Ulla Piotrowski
Gründerin & Inhaberin der Milla Hebammenpraxis, Frankfurt am Main
Freiberufliche Hebamme seit 15 Jahren, mit Erfahrung in der Schwangerenvorsorge und Beratung, Geburtshilfe, Wochenbettbetreuung und Stillberatung

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