Milchbläschen: Vorbeugung und Linderung dieser häufigen Stillstörung

milchblaschen

Ein weißer Punkt an der Brustwarze? Stechender Schmerz bei jedem Stillen? Lassen Sie nicht ein Milchbläschen Ihr Stillen beeinträchtigen. Diese lokale Läsion, verursacht durch einen verstopften Milchgang, kann den Milchfluss blockieren, die Milchproduktion verlangsamen und zu Milchstau führen – im schlimmsten Fall sogar zu einer schmerzhaften Infektion.


Glücklicherweise gibt es wirksame Lösungen: warme Kompressen, Lecithin-Anwendung, Korrektur der Stillposition, Salben… 


Jede Methode spielt eine Rolle bei der lokalen Behandlung der Symptome und der Vorbeugung einer Mastitis. 


Aber zunächst müssen Sie das Problem erkennen, die Ursache verstehen, die richtige Behandlung wählen und wissen, wann ärztlicher Rat notwendig ist.


Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die Stillproblematik, zeigt Ihnen, welche Handlungen Sie vermeiden sollten, welche Anzeichen Sie beobachten müssen und welche Strategien von Hebammen und Stillberaterinnen empfohlen werden. Mit diesem Wissen können Sie Ihr Kind weiterhin schmerzfrei stillen und den Alltag rund ums Stillen sicher gestalten.

Was ist ein Milchbläschen?

💡 Ein Milchbläschen ist eine kleine weiße oder gelbliche Blase an der Spitze der Brustwarze.

Es entsteht, wenn ein Milchgang teilweise verstopft ist und die Milch nicht richtig abfließen kann. Diese Blockade führt zu einer lokalen Ansammlung von Milch unter der Haut, wodurch die Haut anschwillt. Dabei kann ein sehr starker Brustwarzenschmerz auftreten, besonders während des Stillens.


Oft zeigt sich das Milchbläschen als kleiner, glatter, gespannter weißer Punkt auf der Brustwarze, der nach dem Stillen nicht verschwindet. Häufig geht er mit einer leichten Entzündung der Umgebung einher, insbesondere wenn er mehrere Tage anhält.


Dieses Phänomen ist bei stillenden Frauen häufig, vor allem in den ersten Wochen, wenn das Stillen sich einspielt. Es kann aber auch später auftreten, zum Beispiel bei flachen oder eingezogenen Brustwarzen, Bruststau oder unregelmäßigem Stillen.


Ein Milchbläschen ist keine äußere Verletzung durch Reibung oder Saugen.

Bei Schmerzen kann auch das Thema Brustschmerzen Stillzeit relevant werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Milchbläschen und einer Milchperle?

Die Begriffe Milchbläschen und Milchperle werden oft synonym verwendet. Dennoch gibt es einen kleinen Unterschied, auch wenn die Erscheinungen sehr ähnlich sind.


Ein Milchbläschen ist eine schmerzhafte Blase, die entsteht, wenn die Haut die Öffnung eines verstopften Milchgangs bedeckt. Dieser kleine Hautpfropf verhindert, dass die Milch richtig abfließt. Er verursacht eine lokale Schwellung und Schmerzen an der Brustwarze.


Die Milchperle hingegen ist eher ein verklumpter oder eingedickter Milchpfropf, der sich am Eingang des Milchgangs befindet. Sie kann als weißer oder gelblicher Punkt erscheinen, sehr ähnlich einem Milchbläschen, jedoch ohne sichtbare Blase. In manchen Fällen kann sich eine dünne Kruste auf der Oberfläche bilden, was die visuelle Unterscheidung erschwert. Die stillende Mutter spürt häufig ein Ziehen oder Unbehagen. Manchmal kann die Milchperle auch mäßige Schmerzen verursachen.

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Wie lange dauert ein Milchbläschen?

Die Dauer eines Milchbläschens variiert von Frau zu Frau. In der Regel kann ein einfaches Milchbläschen spontan innerhalb weniger Tage verschwinden, wenn die Milch richtig abgeleitet wird und das Stillen unter guten Bedingungen fortgesetzt wird.


In manchen Fällen besteht das Milchbläschen länger. Dies kann mehrere Tage bis zu ein bis zwei Wochen dauern, insbesondere wenn der Milchgang weiterhin blockiert ist oder die ursächliche Problematik nicht behoben wurde.

💡 Ein schmerzhaftes oder wiederkehrendes Milchbläschen sollte stets ernst genommen werden.

Es kann das Saugen beeinträchtigen, zu ineffektiver Stimulation führen und das Risiko für einen Milchstau erhöhen, was wiederum Brustschmerzen und Entzündungen in der Stillzeit auslösen kann.

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Symptome eines Milchbläschens: Wie erkennt man es?

Kleiner weißer Punkt sichtbar

Ein Milchbläschen ist vor allem an einem kleinen, gut sichtbaren weißen Punkt auf der Brustwarze zu erkennen. Es handelt sich um eine gespannte Blase, manchmal leicht gelblich, die zwischen den Stillmahlzeiten bestehen bleibt.

Schmerzen an der Brustwarze

Milchbläschen gehören zu den Auslösern für Brustwarzenschmerzen während der Stillzeit. Der Punkt geht oft mit Stechen oder starken Schmerzen beim Saugen einher. Manchmal bestehen die Schmerzen auch zwischen den Stillmahlzeiten, wodurch das Stillen unangenehm oder sogar unmöglich werden kann.

Brennendes Gefühl

Die Anwesenheit eines Milchbläschens kann manchmal ein intensives Brennen an der Brustwarze verursachen, das auch außerhalb der Stillmahlzeiten bestehen bleibt und auf eine Reizung oder beginnende Entzündung hinweisen kann.

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Häufige Ursachen eines Milchbläschens

Ein Milchbläschen entsteht durch ein Hindernis im Milchfluss. Mehrere Faktoren können dies auslösen. Die wichtigsten sind:

  • Schlechtes Saugen oder ungünstige Stillposition
  • Bruststau
  • Verstopfter Milchgang
  • Soor (Mundpilz) beim Baby
  • Verkürzte Zungenband beim Säugling
  • Flache oder eingezogene Brustwarze
  • Reibung oder Druck auf die Brust (zu enger BH, ungeeignete Brusthaube, falsch positionierte Milchpumpe)

Ein Milchbläschen kann auch ohne ersichtlichen Grund auftreten.

Auswirkungen und Folgen von Milchbläschen auf das Stillen

Reduzierter Milchfluss

Die Blockade des Milchgangs verringert die Menge der fließenden Milch.

💡 Die Brust wird nicht richtig entleert, was den Milchstau verschlimmern oder die Milchproduktion verlangsamen kann, insbesondere wenn das Milchbläschen mehrere Tage bestehen bleibt.

Frust beim Baby

Ein geringer Milchfluss kann das Stillen für das Baby erschweren. Es kann ungeduldig werden, an der Brust ziehen oder die schmerzende Seite ablehnen. Dies erhöht das Risiko für ineffektives Stillen und stört das Gleichgewicht zwischen Milchproduktion und Bedarf.

Infektionsrisiko: Mastitis

💡 Ein anhaltendes Milchbläschen kann sich zu einer Brustinfektion (Mastitis) entwickeln.

Wenn die Milch zu lange stagniert, können Bakterien wachsen. Im Fall einer Mastitis können Fieber, starke Schmerzen und lokale Entzündungen der Brust auftreten.

Wie kann man Milchbläschen vorbeugen?

Es ist möglich, das Auftreten von Milchbläschen an der Brustwarze durch einige einfache tägliche Maßnahmen zu reduzieren. Die Prävention basiert auf guter Stillhygiene, einem effektiven Brustentleeren und der Verringerung mechanischer Ursachen.

Optimieren der Stillposition

Eine gute Stillposition und das regelmäßige Wechseln der Stillposition fördert ein effektives Saugen und verhindert wiederholte Druckstellen auf den Milchgang. Das Baby sollte den Mund weit geöffnet haben, die Lippen nach außen gestülpt und ein großer Teil der Brustwarze samt Areola in der Mundhöhle sein. Bei Unsicherheiten kann eine Hebamme,  Stillberatung oder ein Besuch beim Kinderarzt helfen, die Position anzupassen oder ein  Problem am Zungenband des Babys zu erkennen.

Brust richtig entleeren

Eine vollständige und regelmäßige Entleerung der Brust verhindert die Milchstauung, die Hauptursache für einen verstopften Milchgang. Zur Linderung eines Milchstaus empfiehlt es sich:

  • die Seiten bei jeder Stillmahlzeit abzuwechseln
  • Die Stillposition zu variieren ,
  • keine Mahlzeiten auszulassen,
  • gegebenenfallsc.

Reibung und Druck vermeiden

Enge Kleidung, falsch sitzende BH-Bügel, Babytragen  oder eine ungeeignete Milchpumpe können lokalen Druck verursachen. Bevorzugen Sie weiche Unterwäsche ohne Naht über der Brustwarze und passen Sie die Milchpumpenaufsätze richtig an.

Ausreichend trinken

Eine gute Hydratation unterstützt einen guten Milchfluss. Regelmäßiges Trinken über den Tag hilft, die Milch zu verflüssigen und den Milchabfluss zu erleichtern, wodurch Blockaden reduziert werden.

Wie behandelt und lindert man ein Milchbläschen?

Ein Milchbläschen kann unangenehme Schmerzen verursachen, doch einfache Maßnahmen fördern die Heilung. Ziel ist es, den Milchfluss zu verbessern, die Schmerzen zu lindern und Komplikationen wie Bruststau oder Mastitis zu vermeiden.

Warme, feuchte Kompresse vor dem Stillen anwenden

Die Wärme hilft, die Milchgänge zu erweitern und das Milchbläschen zu erweichen. Vor jeder Stillmahlzeit eine warme (nicht heiße), feuchte Kompresse für einige Minuten auf die Brustwarze legen. Dies kann auch den Milchejektionsreflex fördern.

Brustwarze in Salzwasser tauchen

Ein Bad in warmem Salzwasser (1 Teelöffel Salz auf ein Glas warmes Wasser) kann Entzündungen lindern und die Kruste aufweichen, falls vorhanden. 5–10 Minuten zweimal täglich die Brustwarze eintauchen, danach vorsichtig mit einer sauberen Kompresse abtupfen.

Olivenöl oder Sonnenblumenlecithin verwenden

Die lokale Anwendung von etwas Olivenöl nach dem Stillen kann die Haut hydrieren und verhindern, dass das Milchbläschen verhärtet.

💡 Oral eingenommenes Sonnenblumenlecithin (als Nahrungsergänzung) wird bei wiederkehrenden Milchbläschen oft empfohlen, da es die Milchkonsistenz verändert und die Bildung von Verstopfungen in den Milchkanälchen verhindert.

Konsultieren Sie eine Fachperson für die richtige Dosierung von Lecithin.

Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen

Bei starken Schmerzen kann, nach ärztlicher Rücksprache, Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden. Diese Schmerzmittel sind mit dem Stillen vereinbar.

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Sollte man ein Milchbläschen aufstechen?

Wenn ein Milchbläschen trotz Pflege bestehen bleibt, kann die Versuchung groß sein, es selbst mit einer Nadel aufzustechen, um Schmerzen zu lindern. Dieser Eingriff ist jedoch riskant.


Das Aufstechen eines Milchbläschens, auch eines kleinen, kann Bakterien in den Milchgang einbringen und eine Infektion oder Mastitis begünstigen.

💡 Nur eine medizinische Fachkraft kann entscheiden, ob ein Milchbläschen aufgestochen werden sollte.

Sie verwendet steriles Material und eine spezifische Technik, um das Infektionsrisiko zu minimieren.


Gegebenenfalls wird ein antibiotisches Präparat (meist als Creme) als Zusatzbehandlung verschrieben.

Ist ein Milchbläschen ansteckend?

Ein Milchbläschen ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine lokale Blockade der Milchkanälchen, ohne Übertragungsmöglichkeit.


Wenn es jedoch durch Soor (z. B. Mundpilz) verursacht wird, kann eine Übertragung zwischen Mutter und Kind erfolgen. In diesem Fall ist eine angepasste Behandlung für beide erforderlich. Warnsignale sind anhaltendes Brennen, abschälende Haut oder Mundsoor beim Kind.


Das Stillen kann unter verstärkten Hygienemaßnahmen und Beratung durch Hebamme oder Ärztin fortgesetzt werden.

Wann sollte eine Hebamme oder  Ärztin bei einem Milchbläschen konsultiert werden?

Es ist ratsam, einen medizinische Fachkraft aufzusuchen, wenn:

  • Das Milchbläschen trotz Pflege nach einigen Tagen nicht verschwindet.
  • Die Schmerzen zunehmen oder sich auf das gesamte Brustgewebe ausbreiten.
  • Ein harter, warmer oder geröteter Bereich an der Brust erscheint, was auf eine beginnende Mastitis hinweisen könnte.
  • Fieber, Schüttelfrost oder plötzliche Müdigkeit auftreten, was auf eine Infektion mit Antibiotikabehandlung hindeuten kann.
  • Das Milchbläschen wiederholt am gleichen Ort auftritt, trotz guter Stillhygiene.
  • Sie immunschwach sind (z. B. Immundefizit) oder zu wiederkehrenden Infektionen neigen.

In diesen Fällen können Hebamme oder Ärztin die Situation bewerten, die Behandlung anpassen und bei Bedarf eine medikamentöse Creme oder ergänzende Therapie verschreiben.

Ein Milchbläschen ist eine häufige, meist harmlose Stillstörung, die jedoch Unwohlsein verursachen kann. Leicht erkennbar durch einen schmerzhaften weißen Punkt an der Brustwarzenspitze, kann es durch einen verstopften Milchgang, Milchstau oder ein verkürztes Zungenband beim Baby verursacht werden.


Glücklicherweise gibt es einfache Lösungen, um Schmerzen zu lindern, den Milchfluss zu fördern und Rezidive zu vermeiden. Bei anhaltenden Milchbläschen, wiederkehrenden Schmerzen oder Anzeichen einer Infektion sollte eine Hebamme oder Arzt konsultiert werden.

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Ulla Piotrowski
Gründerin & Inhaberin der Milla Hebammenpraxis, Frankfurt am Main
Freiberufliche Hebamme seit 15 Jahren, mit Erfahrung in der Schwangerenvorsorge und Beratung, Geburtshilfe, Wochenbettbetreuung und Stillberatung

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