Welche Stillposition soll ich wählen?

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Das Stillen ist eine wunderbare Erfahrung für Mutter und Kind. Um diesen Moment noch schöner zu gestalten, ist es wichtig, eine bequeme Stillposition zu finden, die für beide angenehm ist. Hier sind einige Tipps, wie Sie sich richtig positionieren und das Stillen in vollen Zügen genießen können.

Warum sind Stillpositionen so wichtig?

Die Stillpositionen sind entscheidend für das Wohlbefinden der Mutter und des Babys.

💡 Eine richtige Stillposition fördert das korrekte Anlegen des Babys an die Brust. Dadurch werden Schmerzen an den Brustwarzen und Brustwarzen-Risse, Muskelverspannungen und andere Beschwerden wie ein Milchstau vermieden.

Außerdem kann Ihr Baby effizient trinken – das ist wichtig für seine Entwicklung.


Die Wahl der passenden Stillposition stärkt zudem die Bindung zwischen Mutter und Kind.

💡 Die Position Ihres Babys ist genauso entscheidend wie Ihre eigene.

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Die wichtigsten Stillpositionen

Hier sind die verschiedenen Stillpositionen, die Sie ausprobieren können. Das sind die häufigsten und beliebtesten Varianten.

Wiegehaltung (Madonnenhaltung)

Die Wiegehaltung ist die bekannteste Stillposition. Sie eignet sich gut für Mütter mit etwas Erfahrung oder für Babys ab etwa einem Monat.


Sie sitzen bequem, Ihr Baby liegt quer auf Ihrem Schoß, der Kopf ruht sanft in Ihrer Armbeuge. Ihr Unterarm stützt den Körper des Babys vom Nacken bis zum Po.


Ein Kissen unter Ihrem Arm kann zusätzlichen Halt geben.


Ihre freie Hand kann das Baby umfassen oder die Brust anpassen.


Diese Stillposition ist praktisch, da sie sich überall anwenden lässt.

Kreuzwiegehaltung (umgekehrte Madonnenhaltung)

Die umgekehrte Madonnenhaltung ist eine Variante der klassischen Wiegehaltung.
Der Unterschied: Sie halten Ihr Baby mit dem gegenüberliegenden Arm der Brust, mit der Sie stillen.


Beispiel: Wenn Sie mit der rechten Brust stillen, stützt Ihre linke Hand den Kopf Ihres Babys, während Ihr Unterarm seinen Körper hält.

💡Diese Haltung ist ideal als Stillposition für Neugeborene oder wenn Sie gerade das Stillen lernen.

Sie hilft auch Babys, die Schwierigkeiten beim Anlegen haben, da Sie so den Kopf Ihres Babys besser kontrollieren und das Andocken an der Brust erleichtern können.

Zurückgelehnte Stillposition (Biological Nurturing / Halb-Liegeposition)

Sie lehnen sich bequem zurück, unterstützt von einem Kissen. Ihr Baby liegt auf Ihnen, Bauch an Bauch, und sucht instinktiv nach der Brust.


Diese Stillposition fördert das natürliche Stillen, da das Baby seine Reflexe nutzen kann, um die Brust zu finden und anzulegen.


Sie müssen das Baby nicht festhalten, und Hautkontakt (Skin-to-Skin) ist wunderbar möglich.

💡 Ideal nach der Geburt, da das Gewicht des Babys gut verteilt wird.

Nach einem Kaiserschnitt kann diese Position besonders angenehm sein, da kein Druck auf den Bauch ausgeübt wird.

Seitenlage

Bei dieser Stillposition liegen Sie und Ihr Baby beide auf der Seite, einander zugewandt.
Diese Haltung eignet sich gut für Frühgeborene oder Babys mit Saugproblemen.

💡 Auch Mütter nach einem Kaiserschnitt, Geburtsverletzungen oder mit Schmerzen schätzen diese Position, da sie sehr entspannend ist – besonders für nächtliche Stillmahlzeiten.

Wolfsposition (Vierfüßlerstellung)

Diese weniger verbreitete, aber sehr nützliche Stillposition kann bei bestimmten Situationen helfen.


Sie beugen sich – wie eine „Wölfin“ – über Ihr Baby, das auf dem Rücken liegt. Die Schwerkraft hilft dabei, die Milch Richtung Babymund fließen zu lassen.


Bei einem Milchstau oder Mastitis kann diese Position besonders effektiv sein. Einige Mütter nutzen sie gelegentlich, wenn sie gezielte  Entlastung der Brüste brauchen.

Football-Haltung (Rugby-Haltung)

Die Football- oder Rugby-Haltung ist ideal nach einem Kaiserschnitt, für Mütter mit großer Brust oder beim Stillen von Zwillingen. Auch bei einem Milchstau im äußeren Quadranten der Brust ist diese Position eine große Hilfe.


Sie sitzen aufrecht oder leicht geneigt, mit einem Stillkissen neben sich, damit Ihr Baby auf Brusthöhe liegt.


Das Baby liegt seitlich an Ihrer Taille, mit den Füßen nach hinten gerichtet – wie ein Rugbyball.


Der Kopf Ihres Babys ruht in Ihrer Hand, sein Körper liegt entlang Ihres Unterarms.
Ihre freie Hand kann die Brust führen, während das Kinn des Babys gut an der Brust anliegt.


Diese Stillposition ist sehr bequem, erfordert jedoch eine gute Stütze (z. B. Sessel oder Kissen).

Koala-Position

Sie sitzen aufrecht, am besten mit einem Kissen im Rücken. Ihr Baby sitzt rittlings auf einem Ihrer Beine, Ihnen zugewandt.


Eine Hand stützt seinen Rücken, die andere hält den Kopf während des Stillens.
Diese aufrechte Stillposition ist ideal für ältere Babys, die schon selbstständig sitzen können, und hilft bei Reflux oder Magenproblemen.


Für Mütter ist sie entspannend und lässt sich auch beim Stillen im Tragetuch oder Sling anwenden, ohne das Baby herauszunehmen.

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Wie kann man wunde Brustwarzen beim Stillen durch eine gute Stillposition vermeiden?

💡 Wunde Brustwarzen entstehen oft durch eine falsche Stillposition.

Um dies zu vermeiden, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Setzen Sie sich in eine bequeme Stillposition.
  • Ihr Baby sollte auf Höhe Ihrer Brustwarze liegen, damit es nicht am Brustwarzenende zieht.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Baby einen großen Teil des Warzenhofs (Areola), nicht nur die Brustwarze, in den Mund nimmt.
  • Die Zunge des Babys sollte richtig unter der Brust liegen, und die Nase bleibt frei.
  • Am Ende des Stillens lösen Sie das Baby sanft von der Brust, indem Sie einen Finger in seinen Mundwinkel schieben. So vermeiden Sie ein schmerzhaftes Ziehen.
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Häufige Probleme bei falschen Stillpositionen

Eine falsche Stillposition kann zu verschiedenen Beschwerden führen.


Bei der Mutter:

  • Schmerzen an den Brustwarzen
  • Wunde Brustwarzen
  • Milchstau (Brustdrüsenschwellung)
  • Mastitis (Brustentzündung)
  • Auf Dauer: Rücken-, Schulter- oder Armmuskelschmerzen, Müdigkeit

Beim Baby:

  • Schwierigkeiten beim Saugen
  • Brustverweigerung
  • Verdauungsprobleme

Nehmen Sie sich daher Zeit, um sich und Ihr Baby richtig zu positionieren – das ist entscheidend für beide.

💡 Es gibt keine spezielle Stillposition gegen Koliken, aber: Wenn Ihr Baby die Brust mit weit geöffnetem Mund und einem großen Teil der Areola erfasst, schluckt es weniger Luft – das hilft, Koliken zu vermeiden.

Nützliche Stillaccessoires für mehr Komfort

Zum Stillen braucht man eigentlich keine besonderen Hilfsmittel – aber einige können das Wohlbefinden von Mutter und Kind deutlich verbessern.

  • Stillkissen oder einfach ein weiches Kissen: Es hilft, Rücken, Arme oder das Baby zu stützen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Schultern entspannen und keine Verspannungen im Rücken spüren.
  • Ein Fußhocker kann den Komfort erhöhen – je nach gewählter Stillposition.
  • Ein Still-BH erleichtert das Anlegen, ohne dass Sie sich verrenken müssen.
  • Tragetücher oder Babytragen ermöglichen diskretes Stillen in fast jeder Situation.

Probieren Sie verschiedene Stillpositionen aus, um herauszufinden, welche Ihnen und Ihrem Baby am besten gefällt – auch beim Abpumpen ist der Komfort wichtig.


Wenn Sie sich unsicher sind oder Schmerzen haben, zögern Sie nicht, sich an eine Hebamme, Stillberaterin oder eine Stillgruppe zu wenden.

Denken Sie daran: Jede Mutter und jedes Baby sind einzigartig. Wenn das Stillen anfangs schwierig ist – bleiben Sie geduldig und probieren Sie verschiedene Stillpositionen (verschiedene Stillpositionen) aus, bis Sie die richtige Stillposition (richtige Stillposition) gefunden haben.

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Ulla Piotrowski
Gründerin & Inhaberin der Milla Hebammenpraxis, Frankfurt am Main
Freiberufliche Hebamme seit 15 Jahren, mit Erfahrung in der Schwangerenvorsorge und Beratung, Geburtshilfe, Wochenbettbetreuung und Stillberatung

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